Lagerleben

Die Auswertung unserer Umfrage zeigte uns, dass viele von Euch gerne mehr über unseren Lageralltag wissen wollen. Als Mittelalterverein wird man die utopischsten Dinge von Besuchern gefragt. Diese ominösen Fragen möchte ich als Einstieg mal für Euch aufgreifen und beantworten:

Schlaft Ihr auch in den Zelten?

  • Ja wir schlafen WIRKLICH in den Zelten, auch wenn es regnet, stürmt und gewittert. In der Regel hat jede Person/ jedes Paar oder jede Familie ein eigenes Zelt. Darin müssen die Gewandungen, Rüstungen, Waffen, Betten, Felle und alles was man sonst noch benötigt Platz finden.

Ist das Feuer bei eurer Feuershow echt?

  • Ja es ist echt, echt heiß und man könnte sich theoretisch daran verbrennen. Tun wir aber in der Regel nicht.

Kann man das wirklich essen?

  • Alles was nach Essen im Lager aussieht ist auch zum Essen da. Oftmals werden wir von Touristen gefragt, ob sie etwas davon haben können. Sorry Leute, aber wir kochen für unsere eigene Versorgung und dürften auch aus Hygienegründen nichts herausgeben, auch nicht gegen Bezahlung. Bitte sucht doch den nächsten netten Knobibrotstand auf.

Die Kämpfe sind doch nur einstudiert oder?

  • Unsere Schwertkämpfe sind echt! Unsere Rüstungen und Waffen sind echt und unsere Ritter sind echt. Natürlich werden Kampftechniken z.B. nach Liechtenauer trainiert, aber die Kampfabfolge ist keineswegs einstudiert!

Hier ein Einblick in unseren Lageralltag:

Die Vorbereitungen

für einen Mittelaltermarkt beginnen für uns immer Dienstags. Wir treffen uns jeden Dienstag in unserem Vereinsheim in Tambach-Dietharz und packen dann vor einem Marktwochenende gemeinsam unseren großen Hänger. Da muss jeder mit anpacken, egal ob Zeltsack und -stangen, Holztruhen oder Feuerholz. Alles muss irgendwie in den Hänger, deshalb schicken wir meistens die Person mit den besten Tetris-Skills hinein. Wenn der Hänger gepackt ist, wird der Essensplan erstellt. Hierbei sind vor allem Anke und Dominik die wichtigsten Personen für unsere kulinarische Versorgung. Die beiden gehen unter der Woche noch nach der Arbeit für die gesamte Gruppe einkaufen.

Freitags

machen sich dann die ersten Mitglieder meistens gegen Mittag oder am frühen Nachmittag auf den Weg zum Mittelalterfest. Im Laufe des Tages treffen dann je nach Arbeitszeit die restlichen Mitglieder ein. Auf dem Mittelaltermark angekommen, muss dann der Hänger wieder ausgeräumt werden. Dann werden die einzelnen Zelte aufgebaut. Das sind im Höchstfall 11 Privatzelte und natürlich der Baldachin, das Küchenzelt und die Feuerstelle.

Wenn die Zelte stehen, muss der ganze Rest hinein. Am Abend sitzen wir dann nach getaner Arbeit zusammen unter unserem Baldachin und können entspannen.

Die Marktsamstage

starten mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend erfolgt in der Regel die Markteröffnung durch unseren Herold Matthias. Zu Marktbeginn ist darauf zu achten, dass unser Lager und wir selbst authentisch aussehen und beispielsweise keine PET-Flaschen mehr herumliegen. Nach der Markteröffnung erfolgt in der Regel der erste Kampf. All unsere Ritter kämpfen nach unserem Codex Tambach. Außerdem betreiben Matthias, Tim, Marco und Gahlo auch Vollkontakt. Oftmals werden wir auch gefragt wie schwer eine Rüstung ist. Also eine Vollkontakt-taugliche Rüstung wiegt in der Regel 30-50 Kilogramm. Ihr könnt Euch also vorstellen, dass wenn Ihr in kurzer Hose und T-Shirt schon beim Zuschauen schwitzt, der Ritter vor Euch im Kampf quasi kocht.

Samstag Mittag gibt es dann köstliches Mittagessen. Für’s Kochen sind Anke, Dominik und Caro zuständig, da sie das einfach großartig können! Der Abwasch wird natürlich anschließend gemeinsam bewältigt. Am Nachmittag folgen dann meistens nochmal zwei Kämpfe und Abends gibt es leckeres Abendbrot.

Danach folgt normalerweise unsere Feuershow. Dafür müssen wir unsere Anlage aufbauen, die Technik checken und das Feuershow-Equipment aufbauen, sortieren und tränken. Wenn wir dann an der Reihe sind müssen wir uns erst mal Platz machen, was nicht immer einfach ist, da manche Besucher nicht verstehen wollen, dass der Abstand ihrem eigenen Schutz dient. Wenn die Feuershow losgeht, beeindrucken wir das Publikum mit brennenden Stöcken, Schwertkampf mit brennenden Schwertern und Bucklern, eleganten Feuerfächern, spektakulären Poiformationen, sowie großartigen Feuerfakiren, die das Feuer spucken und schlucken. Wenn die Feuershow vorbei ist, muss alles wieder zusammen geräumt und verstaut werden. Danach haben wir dann erst mal Feierabend.

Sonntags

wird dann der Markt erneut eröffnet und der Tag verläuft ähnlich wie der Samstag. Der Markt endet in der Regel gegen 18 Uhr. Nach Marktende müssen die Fahrzeuge und der Hänger zum Lager gefahren werden und dann muss alles wieder abgebaut und im Hänger und den Autos verstaut werden. Damit sind wir meistens gegen 20 Uhr fertig und dann geht es nach Hause. Am folgenden Dienstag wird dann wieder der Hänger ausgepackt.