Ritter Recken Heldenspiele X, aka 2. Thüringenmeisterschaft im Vollkontakt

Aufbau und Vorbereitung

Nachdem unsere 1. Thüringenmeisterschaft im historisch gerüsteten Vollkontakt im vergangenen Jahr ein voller Erfolg war, veranstalten wir dieses Jahr die 2. Auflage. Bereits eine Woche zuvor brachten wir die Arena im Heudepot vor Ort unter. Am Dienstag Abend bauten wir dann schon mal grob unseren Sprecherturm auf und hatten Besuch von der Thüringer Allgemeine. Mittwoch ging es dann richtig los: dieses Jahr bauten wir nicht nur unsere große Arena auf, sondern errichteten auch eine neue Profight-Arena. Matthias verzierte diese dann sogar noch mit unserem Vereinswappen. Am Donnerstag wurde unsere Bühne geliefert und die ersten Lagergruppen trafen ein.

 

Der Notruf

Im Anschluss kam DER Notruf. Igors Jungs von Buhurt Technologies, einem ukrainischen Waffen- und Rüstungshändler, sind mit einem kaputten Turbolader an der Raststätte Teufelstal liegen geblieben. Der Name der Raststätte schien wohl kein gutes Omen zu sein. Igor gründete sofort eine Facebook-Messenger-Gruppe und setzte Posts ins Internet um seinen Jungs so gut wie möglich zu helfen. Als uns die Nachricht erreichte, setzten Gahlo und ich (Jule) uns sofort in zwei Autos und fuhren bei völligem Unwetter los. Als wir dort ankamen gab es erstmal eine englische Krisenbesprechung. Nach einem sprachlichen Hin- und Her und ein paar Telefonaten und WhatsApp-Nachrichten in die Ukraine, konnten wir dann endlich einen Abschleppdienst anrufen. Auch das erwies sich besonders an einem solch regnerischen Tag als Kunst. Am Telefon erfuhren wir dann, dass das Abschleppen pauschal schon mal 300 Euro kosten wird. Das erforderte eine neue Unterhaltung mit Igor. Nachdem die Jungs dann zustimmten, warteten wir auf den Rückruf vom Abschleppdienst, da wir keine Durchwahl hatten. In der Zwischenzeit verluden wir den randvollen T4 Bus auf zwei Autos. Am Ende hatten wir 2 tiefergelegte KFZs. Der Abschleppdienst brachte dann den Bus nach Gera und circa halb 1 Nachts starteten wir dann mit jeweils einem Ukrainer und etlichem Rüstungskram pro Auto Richtung Tambach-Dietharz. Die Rückfahrt war sehr abenteuerlich und wir waren uns nicht so sicher, wie lange die Langwaffen auf dem Autodach verweilen würden. Glücklicherweise schafften wir es mit völliger Übermüdung doch noch ans Ziel und wurden von unserem Verein mit einer Laola-Welle (im Dunkeln) begrüßt. Dann ‚verfrachteten‘ wir Dan und Vlad in unser Zelt, fuhren nach Hause und fielen in unser Bett. Im Nachhinein betrachtet, war die Aktion DEZENT verrückt, aber das machen wir gerne für unsere Mittelalterfamilie. Um das ganze in Igors Worten zu sagen: Buhurt is love!

Freitag kam dann das Fine-Tuning, also eine Wimpelkette hier, ein Nagel da. Der Stadtpark füllte sich mit Lagergruppen und der Festplatz mit Händlern.

Samstag

Am Samstag eröffneten wir unseren Markt um 11 Uhr. Aus Veranstalter- bzw. Organisationssicht beginnt damit ein Staffellauf der nur im Team zu meistern ist ;). Da wird hier mal ein Stromanschluss gebraucht und da mal eine Zeltstange und so weiter. ABER wir machen das mit ganzem Herzen! Samstag fanden die Gruppenkämpfe im Vollkontakt statt. Wir hatten acht Männerteams am Start: Decima Medieval Fightclub, Zitadelle e.V. , Prague Scoundrels, Prague Trolls, MFC Vysočina, Ferox, Nassauer Löwen, Sword Gym München e.V.. Es waren auch zwei Frauenteams da: Prague Vixens und die Blood Griffins. Die Frauenkämpfe konnten leider nicht gewertet werden, da das holländische Team kurz vorher abgesagt hatte. Dieses Jahr waren außerdem fünf Schiedsrichter vor Ort und wir hatten darunter sogar einen Vertreter der internationalen Organisation HMBIA vor Ort. Unser Turnier wurde daraufhin von der Kategorie Challenger auf Opener hochgestuft.

Natürlich konnte man auch wieder die Ritter im Park beim Brückenkampf anfeuern. Dieser wurde nach Codex Tambach ausgerichtet. Darüber hinaus haben unsere baulustigen Jungs dafür auch noch spontan einen Holzturm gebaut. Neben all den Kämpfen unterhielten unsere Gaukler Tacki und Noisly und Schabernackrakeel das Volk. Kulinarische Erfahrungen ließen sich auch an den Ständen auf dem Festplatz sammeln.

Wie auch im letzten Jahr, erhielten die Gruppensieger tolle Preise: Buhurt Tech sponsorte mehrere Waffen und Shirts, Medieval Armory zwei gigantische Langwaffen. Die Firma Sportline Kämpfert aus Ohrdruf gravierte uns wieder fantastische Biergläser und Hanf Car Tuning aus Ohrdruf sponsorte die diesjährigen Pokale. Abends rockte dann die Band Garden of Delight die Bühne und brachte das Volk zum tanzen. Im Anschluss erleuchteten wir die Nacht mit unserer Feuershow.

Sonntag

Nach der Markteröffnung am Sonntag, rüsteten sich unsere eigenen Männer für den Vollkontakt-Kampf gegen die Zitadelle e.V.. Unterstützt wurden sie dabei vom Team-Captain der Zitadelle Marcel Jost. Nach drei glorreichen Niederlagen, forderte der ACW noch einmal das Schicksal heraus. Mit einer Überzahl an Kämpfern (1 mehr) erreichten sie dann doch noch einen Sieg und gaben sich geschafft zufrieden. Im Anschluss konnte man dann in unserer neuen Arena die Profights bestaunen. Die Kämpfer wurden in unterschiedliche Gewichtsklassen unterteilt. Natürlich gab es auch für die Sieger der Profights coole Preise. Sie erhielten ebenfalls gravierte Gläser, Waffen und Shirts von Buhurt Tech, Nackenschutz-Platten und Schlüsselbänder von Historicum, heißbegehrte Handarbeits-Ledertaschen von der Alten Kraemerey (Petro Mohs) und natürlich auch Aufkleber und Schlüsselbänder von uns.

Die Preise liegen uns natürlich sehr am Herzen, allerdings wollen wir auch der Firma GFR aus Crawinkel für ihre Unterstützung bei unseren Veranstaltungsshirts einen besonderen Dank aussprechen. Darüber hinaus möchten wir uns noch einmal bei der Firma Mantos International Food GmbH für die zur Verfügung gestellte Verpflegung der Kämpfer, der Firma Taxi Stoetzer für die gute Zusammenarbeit , sowie der Unterkunft Kraft für die spontane Unterbringung unserer Ukrainer bedanken.

Zum Schluss gilt ein besonderer Dank der Stadt Tambach-Dietharz für den finanziellen Support, der dieses Fest überhaupt erst ermöglicht.

PS: Danke auch an Marko Schneider, Vera Jost und Antonia Hühn für die tollen Fotos, die ich ebenfalls in diesem Beitrag verwenden durfte!

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen, weitere Beiträge folgen bald!